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Wie hoch darf der Preis für Hochzeitsfotografen eigentlich sein?

By 1. Januar 2016Allgemein
Hochzeit Headerimage

Viele Kunden fragen sich oft, wieso der Preis von Hochzeitsfotografen eigentlich so hoch ist.

Man kann argumentieren, dass die Hochzeitsfotografie ein Luxusprodukt ist.
Doch stimmt das?
Sehen wir uns mal an, was wir für eine Hochzeit wirklich brauchen.

Was ist wirklich wichtig?

Das ist so einfach gar nicht zu beantworten. Für jeden sind andere Dinge wichtig, aber wir wollen mal versuchen zu beleuchten, womit eine Trauung so gar nicht möglich ist und auf was mal notfalls verzichten kann.

  • Da sind natürlich zuerst einmal die Braut und der Bräutigam.Hochzeit Maria und Martin-3867-Bearbeitet - sw - Tonung
    Ich denke jeder wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass es ohne diese beiden keine Hochzeit gibt 🙂
  • Dann wäre da noch der Standesbeamte, ohne ihn geht bei einer Hochzeit auch nicht viel.

Jetzt überlegen wir mal, ob wir zwingend noch etwas zu einer Hochzeit brauchen.

  • Die Ringe? Diese sind zwar ein Symbol der Zusammengehörigkeit des zukünftigen Ehepaars, gebraucht werden sie aber nicht.
  • Das Brautkleid? Es gibt auch Bräute, die ohne Brautkleid heiraten, also auch eher Nein.
  • Die Location? Das kommt drauf an, wie ich heiraten will. Es kann auch ganz einfach im eigenen Wohnzimmer sein, wenn ich das denn will, also auch eher Nein.
  • Die Hochzeitstorte? Sie sieht meist toll aus und schmeckt in den meisten Fällen auch richtig gut. Aber brauche ich sie wirklich? Ich denke, das können wir auch mit einem Nein beantworten.
  • Der Brautstrauß. Den hätte ich ja fast vergessen 🙂 Brauchen wir ihn? Es ist eine tolle Sache, wenn die Braut einen schönen Blumenstrauß in den Händen hält und es ist ein toller Brauch, wenn sie ihn nach der Trauung über ihre Schulter zu den noch nicht verheirateten Damen wirft.
    Je nachdem wer ihn dann fängt heiratet als Nächstes…toll oder? So einfach weiß man, wo man als nächstes eingeladen wird 🙂
    Trotzdem muss man auch hier sagen, er wird nicht zwingend benötigt.
  • Der Hochzeitsfotograf. Er ist, wenn es gewünscht ist, den ganzen Tag an der Seite des Brautpaars und fängt die schönsten Momente ein, so dass man jahrelang tolle Erinnerungen hat. Trotzdem ist auch der Hochzeitsfotograf verzichtbar. Zumal es so tolle Erinnerungen an dem Tag sind, die man nie wieder vergessen wird, oder?cropped-Hochzeit-Michaela-und-Mark-3769-Bearbeitet1.jpg

Ich denke man kann hier schon erkennen, dass bis auf das Brautpaar und den Standesbeamten alles weitere tatsächlich Luxus ist und damit auch mehr Geld kostet.

Nun bin ich selbst Hochzeitsfotograf und freue mich immer, wenn sich ein Brautpaar genau diesen Luxus gönnt.
Warum aber sollte ein Brautpaar genau das tun, wenn es doch die Erinnerungen sind, die ewig bleiben?
Nun genau deswegen. Erinnerungen können verblassen (früher konnte man das auch über die Bilder sagen 🙂 ), digitale Bilder allerdings verblassen nie. Sie können immer wieder angesehen werden. Sei es auf dem Smartphone, auf dem PC, dem Tablet, dem Notebook oder dem Fernseher.
Ich kann mir die besten Bilder immer wieder ausdrucken und aufhängen, auch die Geschmäcker ändern sich ja mit der Zeit und da habe ich immer wieder die Möglichkeit andere Bilder für meine Ausdrucke zu nehmen.

Die Berechnung

Jetzt wissen wir aber immer noch nicht genau, warum ein Hochzeitsfotograf soviel Geld nimmt für seine Leistungen.
Es wäre einfach zu sagen, weil er es kann, aber das wäre nicht nur überheblich sondern bringt meinem Kunden auch kein bisschen Aufklärung.

Also müssen wir es uns einfach mal durchrechnen.

Nehmen wir mal an der Fotograf hat ein Equipment in Höhe von ca. 10.000 Euro.
Sie denken, dass ist viel? Weit gefehlt. Für Bilder mit einer gewissen Qualität braucht man eine gewissen Ausstattung und mit zwei Kameras (falls eine ausfällt, sollte man auch noch eine dritte Kamera in der Hinterhand haben), zwei Objektiven, einem oder mehreren Blitzen, den Speicherkarten und der Transportmöglichkeit für dieses Equipment sind wir ganz schnell bei dem Preis.
Die zwei Objektive reichen auch nicht wirklich aus.Wedding Anh and Tobi

Höre ich da, er kann aber nur zwei Objektive an den Kameras nutzen? Stimmt, aber dafür werden die Objektive auch gewechselt während der Hochzeitsfotograf seiner Arbeit nachgeht. Das Brautpaar merkt das in der Regel nicht, soll es auch nicht. Wichtig ist, dass der Fotograf immer das richtige Objektiv für die dementsprechende Situation zur Hand hat. Also braucht er mehrere Objektive.

Jetzt haben wir den Preis für das Equipment auf 10.000 Euro festgelegt und nun wissen Sie auch warum.
Alle paar Jahre muss das Equipment aber erneuert werden. In der Regel zwar nur die Kameras, aber die kosten nun mal am meisten Geld 🙂
Also muss der Fotograf alle fünf bis sieben Jahre wieder fast die gleiche Summe Geld in die Hand nehmen, damit die Kunden hochwertige und tolle Bilder bekommen können.

Das sind aber nur die Materialkosten.

Die laufenden Kosten, wie Versicherungen, Webpräsenz, Handwerkskammer, Werbung und so weiter schlagen monatlich auch gut und gerne mal im Schnitt mit 1.000 Euro zu Buche.
Das Geld muss wieder rein kommen, wenn der Fotograf sein Handwerk weiter ausführen will.

Da sind wir auch schon beim Stichwort. Handwerk!
Hochzeitsfotografie ist ein Handwerk und der Hochzeitsfotograf ein Handwerker, wobei hier auch immer ein guter Schuss Künstler dabei sein sollte.
Der Handwerker um die Ecke verlangt pro Stunde, je nachdem wo man wohnt und was gemacht werden soll, zwischen 60 und 200 Euro die Stunde damit er überleben kann und sein Handwerk weiterhin anbieten kann.
So sieht es auch beim Fotografen aus. Auch er muss einen gewissen Stundensatz berechnen.

Rechnen wir einfach mal eine Ganztagesreportage durch, die in der Regel zwischen 10 und 12 Stunden beträgt.
Jetzt kostet diese Reportage 2000 Euro. Bei 10 Stunden Anwesenheit wären das also 200 Euro pro Stunde?

Das wäre zu einfach.
Diese 10 Stunden verbringt der Handwerker bei Ihnen und macht Bilder.Hochzeit Tina und Philipp-2868-Bearbeitet
Der Hauptjob wartet noch auf ihn.
Ist er zuhause muss er alle Bilder sichten und grob vorsortieren.

Wie bei Aschenputtel, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen 🙂
Das dauert seine Zeit. Bei einer Ganztagesreportage kommen ganz schnell mal 1000-2000 Bilder zusammen. Die muss man sich alle ansehen und aussortieren.
Hat man dann die besten Bilder sind es in der Regel immer noch mehrere 100 Bilder.
Die Bilder wiederrum wollen bearbeitet werden. Sie möchten ja schöne Bilder haben und ich kenne keinen Fotografen, der seine Bilder gänzlich unbearbeitet raus gibt.
Würde ich auch nicht machen, zumal meine Bilder meine Visitenkarte sind.

Mit weiteren 20 Stunden reine Arbeitszeit sind wir da ganz gut dabei.
Damit sind wir bereits bei 30 Stunden reiner Arbeitszeit und das dezimiert den Stundenlohn dann ganz schnell auf 67 Euro.
Es ist wie mit Ihrem Auto in der Werkstatt. Sie geben das Auto zur Reparatur ab und holen es repariert wieder ab.
Wieviel Arbeit dahinter steht sehen Sie erst auf der Rechnung, welche sehr dezidiert ist.
Das ist bei Hochzeitsfotografen nicht so.
In der Werkstatt wollen Sie wissen, wieviel Zeiteinheiten in die jeweiligen Arbeiten gesteckt wurden und welches Material verwandt wurde.
Beim Fotografen sehen Sie das Material im Einsatz und es interessiert die Kunden einfach nicht, wieviel Zeit in die Bearbeitung der Bilder geflossen ist.
Bei der Hochzeitsfotografie kommen auch keine weiteren Kosten mehr hinzu. Es wird ein Pauschalpreis veranschlagt.
Versuchen Sie das mal in Ihrer Werkstatt. Sobald außer der beauftragten Arbeit auch noch weitere Arbeiten nötig werden wird es teurer, wenn auch mit Absprache.
Beim Hochzeitsfotografen wird es nicht teurer. Sie haben einen Pauschalpreis und ob der Fotograf nun innerhalb 10 Stunden alle Bilder gesichtet und bearbeitet hat, oder ob er dafür 30 Stunden braucht kann Ihnen egal sein. Der Preis bleibt gleich.

Nicht mit hinzu gezählt habe ich die Zeit, die der Fotograf für etwaige Vorgespräche einkalkulieren muss. Das sind auch noch ganz schnell zwischen zwei und fünf Stunden. Je nachdem wie viele Vorgespräche er führen muss und ob eine Begehung der Location geplant und gewünscht ist.
Diese Zeit wird in der Regel nicht berechnet und wird als Serviceleistung angeboten.

Die Leistung

Jetzt sind wir bei der reinen Arbeitszeit gewesen, aber wie erhalten Sie Ihre Bilder für die Sie gezahlt haben?Hochzeit Tina und Philipp-3017-Bearbeitet
Je nachdem welchen Fotografen Sie haben ist das völlig unterschiedlich.
Es gibt Fotografen, die Ihnen die Bilder rein online zum Download präsentieren.
In der heutigen Zeit ist das eigentlich auch völlig ausreichend. Sie haben Ihre Bilder und nur darauf kommt es an, oder?
Meiner persönlichen Ansicht nach ist das zu wenig.
Klar, die Bilder werden auch bei mir zum Download angeboten aber selbst beim günstigsten von mir angebotenen Paket gibt es mehr.
Sie erhalten zumindest eine personalisierte DVD mit den Bildern in der original Auflösung, sowie fürs Internet optimiert an die Hand.
In den teureren Paketen gibt es zudem noch hochwertige Ausdrucke Ihrer Bilder oder sogar ein fertiges Fotobuch, das den kompletten Tag Revue passieren lässt, sowie eine DVD mit einer Diashow des kompletten Tages.

Das Alles braucht seine Zeit und das Alles fliest in die Berechnung des Preises mit ein.

Damit der Hochzeitsfotograf also wirtschaftlich arbeiten kann ist er gezwungen seinen kalkulierten Preis für seine Leistung zu nehmen.

Die Preisverhandlung

Ist damit überhaupt kein Verhandlungsspielraum mehr vorhanden?
Meiner Ansicht nach kann und darf man immer handeln.
Man darf aber auch nicht verärgert sein, wenn der Fotograf darauf nicht eingeht, denn wie Sie in dem Text gelesen haben hat jeder Preis seine Berechtigung.

Fazit

Sie liebes Brautpaar sollten den Hochzeitsfotografen auch nicht nach dem Preis aussuchen, sondern danach, ob Ihnen die Bilder gefallen.
Die Bilder sind das Einzige, was sie die nächsten Jahre an Ihren Ehrentag erinnern wird.
Wenn bei der Durchsicht der Bilder nach 10 Jahren dann kommt, dass Onkel Ernst und Tante Erna an dem Tag doch da waren, hat es sich schon gelohnt 🙂

Und wie ich bereits sagte: Erinnerungen können verblassen, digitale Bilder nicht.

Ihr Dirk von Twinfoto

2 Comments

  • Katja sagt:

    Letztendlich spielt für viele nur der Preis eine Rolle, aber aus meiner Sicht sollten einem tatsächlich die Art der Bilder eines Fotografen gefallen, was dann auch mal ein paar Euro mehr kosten kann, denn am Ende steckt schon eine ganze Menge Arbeit dahinter, um tolle Erinnerung so festzuhalten, dass man sich diese immer wieder anschaut.

    • Dirk Dirk sagt:

      Hallo Katja,

      vielen Dank für Deine Anmerkung.
      Ich sehe das genauso.
      Schlussendlich soll die Qualität und Art der Bilder des Fotografen ausschlaggebend sein, unabhängig vom Preis.
      Es gibt nur eine Chance für gute Bilder bei einer Hochzeit. So eine Feier kann nicht wiederholt werden und da sollte man nicht an Erinnerungen sparen, die einen das ganze restliche Leben über begleiten.

      Lieben Gruß,
      Dirk

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